Welche Formen der Selbstgeißelung gibt es in der christlichen Traditio
In der christlichen Tradition wird die Selbstgeißelung als eine der Formen der Askese und Buße angesehen, wobei die leidenschaftliche körperliche Züchtigung als ein Weg zur geistlichen Reinigung angesehen wird. Es gibt verschiedene Richtungen und Formen der Selbstquälerei, von denen jede ihre eigenen Besonderheiten und ihren eigenen historischen Kontext hatte.Erstens, im historischen Kontext verwendeten Asketen die Selbstgeißelung zusammen mit anderen Methoden der körperlichen Folter (z.B. Schlafen auf harten Oberflächen, Erschöpfung durch Arbeit und sogar Kriechen an heilige Stätten). Wie in einer der Quellen erwähnt, "sollte der Körper zu einer Quelle von Mühsal und Qual werden und nicht zu leichten und billigen Sinnesvergnügen", was bedeutet, dass man sich selbst bewusst Schmerzen zufügt, um die Verbindung mit den Sinnesfreuden zu unterbrechen und die innere Erfahrung zu erwecken (Quelle: link txt).Zweitens gibt es einen bemerkenswerten Unterschied zwischen der östlichen und der westlichen christlichen Tradition. So gingen asketische Taten im Patericon des östlichen Christentums nicht so weit, dass man sich selbst bewusst akute Schmerzen oder Wunden zufügte; Selbst Geißeln und Blutvergießen waren hier nicht üblich (Quelle: link txt). Im Gegensatz dazu verbreitete sich im Westen, von der italienischen Einsiedlerbewegung bis zu den mittelalterlichen Orden, die Selbstgeißelung als Mittel zur Sühne für Sünden.Drittens wurden im Rahmen des monastischen Lebens und der Organisationsregeln der Klöster manchmal systematische Formen der Selbstgeißelung eingeführt. So entwickelte Kardinal Peter Domiani zu Beginn des 11. Jahrhunderts ein streng arithmetisch berechnetes Bußsystem, in dem die Geißelung als eine besondere Richtung der Askese wahrgenommen wurde (Quelle: link txt). Ein weiteres Beispiel ist die Praxis im Benediktinerorden und später in anderen westlichen christlichen Orden, wo die Selbstgeißelung als geistliche Strafmaßnahme angewendet wurde: Dominikus Loricatus, der die Bußen anderer auf sich nahm, setzte "dreitausend Peitschenhiebe" an, die einem Jahr Buße entsprachen (Quelle: link txt).Schließlich ist die Massenbewegung der Flagellanten historisch gesehen auch eine Manifestation der Selbstgeißelung. In diesem Fall haben in Zeiten religiöser Aufwallungen Zehntausende von Gläubigen ihre Sünden öffentlich durch schmerzhafte Selbstquälerei bereut, indem sie lautstark Gottes Barmherzigkeit anflehten und die Leiden Christi und die Qualen seiner Mutter besangen (Quelle: link txt).So sind die Formen der Selbstgeißelung in der christlichen Tradition vielfältig und betreffen sowohl einzelne Praktiken der Askese im klösterlichen Umfeld als auch Massenkundgebungen im Rahmen von Volksbewegungen. Sie bestehen in der bewussten Zufügung von körperlichem Schmerz durch Geißelung an sich selbst sowie in der Anwendung anderer körperlicher Qualen, die dazu bestimmt sind, den Menschen von den Sinnesvergnügen loszureißen und seine geistige Erneuerung anzuregen.Unterstützende(s) Zitat(e):"Daraus ergibt sich in der Praxis der historischen Religionen dieser kathartische Umgang mit dem eigenen Körper: die asketische Qual, die sich gegen einen selbst richtet. ... Der Körper sollte zu einer Quelle von Mühsal und Qual werden und nicht von leichten und billigen Sinnesvergnügen..." (Quelle: link txt)"Es ist interessant, einen genaueren Blick auf das Wesen der Askese zu werfen, das im Patericon vorgestellt wird. ... In Westeuropa ist die Selbstgeißelung seit der Zeit der italienischen Einsiedlerbewegung im 19. und 1. Jahrhundert weit verbreitet." (Quelle: link txt)«... Aber oft schlug die Askese eine bestimmte Richtung ein. Mit der Askese verbreitete sich die Geißelung, einschließlich der Selbstgeißelung. So schuf Kardinal Peter Domiani zu Beginn des 11. Jahrhunderts ein System der Buße, das streng arithmetisch berechnet wurde. (Quelle: link txt)"Aus der Tiefe des Lebens des Volkes erwächst diese religiöse Bewegung, die organisch mit dem Wirken und der Predigt des heiligen Franz von Assisi verbunden ist. ... als Zehntausende von Menschen monatelang in einem unaufhaltsamen Strom die Grenze überquerten ... lautstark von den Sünden bereut, die Barmherzigkeit Gottes herabzurufen und die Leiden Christi und die Leiden seiner Mutter zu besingen." (Quelle: link txt)"Die Bestrafung mit der Peitsche wurde in den frühen Tagen des Mönchtums im Osten angewendet; im Westen dauerten blutige Hinrichtungen bis ins Mittelalter. Die Benediktiner und später auch andere Orden geißelten sich selbst, ... Dominic Loricatus ... Dreitausend Peitschenhiebe entsprachen einem Jahr der Buße." (Quelle: link txt)