Wie ist die Erfahrung zu deuten, Phänomene zu sehen, die nicht als dir
Die Erfahrung des Sehens von Phänomenen, die nicht als direkte Begegnung mit Gott formuliert ist, kann nicht als Beweis für den persönlichen Kontakt mit dem Göttlichen an sich interpretiert werden, sondern als Teil eines größeren Bildes mystischer Erfahrung, das in der traditionellen Lehre der Kirche verwurzelt ist. Das heißt, eine solche Erfahrung wird als einer der Nachweise für das Vorhandensein einer höheren Wirklichkeit wahrgenommen, die sorgfältig mit der kollektiven Erfahrung korreliert werden muss, die in der kirchlichen Tradition und im apostolischen Gedächtnis überliefert ist.So wird in einem der Materialien (Quelle: link txt) betont, dass "die Memoiren der Evangelisten nicht die einzige Art und Weise sind, wie wir Christus kennen" und dass "auch Menschen anderer Generationen Erfahrungen gemacht haben, die die gleiche Quelle haben wie die Erfahrung der Apostel". Dieser Ansatz deutet darauf hin, dass eine Visionserfahrung als gültig angesehen werden kann, wenn sie in ihrem Wesen der apostolischen Erfahrung ähnlich ist und in der Heiligen Schrift und der allgemeinen Entwurfstradition bestätigt wird.Darüber hinaus zeigt ein anderes Dokument (Quelle: link txt), dass eine authentische mystische Erfahrung nicht dadurch definiert wird, dass man die eigene Erfahrung als unmittelbare Begegnung mit Gott individualisiert, sondern in dem Maße, in dem diese Erfahrung in Harmonie mit der Erfahrung der Kirche steht, d.h. im Rahmen der Tradition. Es ist diese Verbindung mit der Tradition, die es ermöglicht, die Visionen zu deuten, auch wenn sie nicht als direkte Beweise für eine Begegnung mit Gott beansprucht werden.Wenn also die Erfahrung der Schau nicht als direkte Offenbarung verstanden wird, muss sie als Offenbarung einer lebendigen Wirklichkeit verstanden werden, deren Schlüssel eine gemeinsame Identität mit der Erfahrung ist, die von den Aposteln weitergegeben und im Rahmen der kirchlichen Tradition eingerahmt wurde. Dies erfordert einen sorgfältigen Vergleich der persönlichen Erfahrung mit dem Thema Gott, wie es im traditionellen Glauben offenbart wird – und erst dann kann es als wahres Zeichen der Gegenwart einer höheren Wirklichkeit angesehen werden.Unterstützende(s) Zitat(e):"Die Arbeit an der Rekonstruktion des Kontextes führte ihrerseits zu mehreren sehr wichtigen Schlussfolgerungen, sowohl in Bezug auf Simeon selbst als auch auf die orthodoxe Tradition als Ganzes... Ein wahrer Mystiker ist nicht jemand, der seine eigene Erfahrung über die kirchliche Tradition stellt, sondern einer, dessen Erfahrung im Einklang mit der Erfahrung der Kirche steht." (Quelle: link txt)"Auch Menschen anderer Generationen hatten eine Erfahrung, die die gleiche Quelle hat wie die Erfahrung der Apostel. Immer wieder kommt die persönliche Erfahrung der Begegnung, die neue und lebendige Erfahrung der Gegenwart Christi in der Kirche, gebiert ein neues Zeugnis... Die Erinnerung an die Evangelisten ist nicht der einzige Weg, wie wir Christus kennenlernen." (Quelle: link txt)