Welche Rolle spielt die Figur des Adam in der modernen religiösen Welt
Die Figur des Adam wird in der modernen religiösen Weltanschauung vor allem als erster Thronrepräsentant der Menschheit angesehen, als Symbol für den Sündenfall und die Unvollkommenheit der menschlichen Natur. Auf der einen Seite verkörpert Adam die Erfahrung des Verlustes der utopischen Idee, als er, nachdem er das »irdische Paradies« verloren hatte, tiefe Trauer empfand und Trost in der Rückkehr zur verlorenen Heiligkeit suchte. Andererseits dient sein Bild als Beispiel für unbefriedigte geistige und sittliche Vollkommenheit, die erst im Bild Christi, des zweiten Adam, ihre Überwindung fand.So wird in einer der Quellen betont, dass "der erstgeschaffene Adam nicht in der Lage war, die ihm übertragene Aufgabe zu erfüllen, nämlich durch geistige und sittliche Vollkommenheit zur Vergöttlichung zu gelangen und die sichtbare Welt zu Gott zu bringen. Nachdem er das Gebot gebrochen und sich von der Süße des Paradieses abgewandt hatte, versperrte sich ihm der Weg zur Vergöttlichung" (Quelle: link txt). Hier gibt es einen klaren Kontrast zwischen der Unvollständigkeit der Mission Adams und dem umfassenden Erlösungswerk, das durch die Menschwerdung Gottes in der Person Jesu Christi vollbracht wurde.Eine andere Quelle konzentriert sich auf die Tatsache, dass Adam nicht nur zum Repräsentanten seiner Zeit, sondern auch aller Menschen wurde, die seine sündige Natur erben: "Alle Menschen sind sündig, nicht nur, weil wir Nachkommen Adams sind, sondern auch, weil er unser Stellvertreter war, für den wir verantwortlich sein müssen. … Vielmehr symbolisiert Adam die 'gierige, stolze und götzendienerische Macht des Fleisches'" (Quelle: link txt). Eine solche Interpretation ist schwer mit dem Begriff der Heiligkeit in Verbindung zu bringen, denn es sind die negativen Eigenschaften, die sich in seinem Bild widerspiegeln, die die Klage über den Zustand der Welt betonen und nicht ihre mögliche Vergöttlichung.So neigt das moderne religiöse Denken dazu, die Figur des Adam als Archetyp des ursprünglichen Sündenfalls und der moralischen Verantwortung wahrzunehmen und nicht als eine Person, die in der Lage ist, den Status eines Heiligen wiederzuerlangen. Seine Rolle besteht nicht so sehr in der Wiederbelebung der Heiligkeit, sondern darin, das Problem der menschlichen Entscheidung und die Folgen der Sünde aufzuzeigen, aus denen letztlich die Heilssendung Christi erwächst.Unterstützende(s) Zitat(e):"Der erstgeschaffene Adam war nicht in der Lage, die ihm übertragene Aufgabe zu erfüllen – durch geistige und sittliche Vollkommenheit zur Vergöttlichung zu gelangen und die sichtbare Welt zu Gott zu bringen. Nachdem er das Gebot gebrochen und von der Süße des Paradieses abgefallen war, war ihm der Weg zur Vergöttlichung verschlossen." (Quelle: link txt)"Alle Menschen sind nicht nur deshalb sündig, weil wir Nachkommen Adams sind, sondern auch, weil er unser Stellvertreter war, für den wir verantwortlich sein sollten. … Vielmehr symbolisiert Adam die "gierige, stolze und götzendienerische Macht des Fleisches". (Quelle: link txt)