Auserwähltheit neu denken: Jüdisches Erbe und christliche Universalitä
In der Geschichte der religiösen und theologischen Reflexion kommt es zu einer dynamischen Verflechtung von Ideen, wenn der ursprünglich in der jüdischen Tradition verwurzelte Begriff der Auserwähltheit im christlichen Kontext eine neue Bedeutung erhält. In den Anfängen der jüdischen Kultur schuf der Glaube an die besondere Sendung des auserwählten Volkes ein edles, aber eng fokussiertes Bild einer Bundesbeziehung mit Gott. Mit dem Aufkommen des Christentums wandelt sich diese Idee jedoch: Das Konzept der Auserwähltheit geht über ethnische Grenzen hinaus und wird zu einer Frage des persönlichen Glaubens und der Teilhabe am Neuen Testament, wodurch die Tür für alle geöffnet wird.Der Großteil der Studie zeigt, wie theologische Diskussionen zu einem breiteren und umfassenderen Verständnis von Gnade beigetragen haben. Das Nachdenken über das Schicksal Israels und die Tatsache, dass nur ein Teil des Volkes weiterhin die Verheißungen empfängt, wurde zum Ausgangspunkt für das Verständnis, dass das wahre Heil nicht auf nationaler Ebene, sondern durch die Annahme der Gnade Gottes erreicht wird. Dieses Umdenken kam besonders deutlich in den Werken zum Ausdruck, in denen argumentiert wurde, dass die Unterschiede zwischen den Vertretern der verschiedenen Völker ausgelöscht werden, wenn es um die Kirche geht, die Menschen aller Nationalitäten vereint. Darüber hinaus spielte der Gegensatz zwischen den Ansichten der bedingungslosen Vorherbestimmung und der Idee der universalen Gnade eine Schlüsselrolle bei der Förderung der Vorstellung, dass Gottes Barmherzigkeit sich auf jeden erstreckt, der aufrichtig nach geistlicher Erneuerung strebt.Zusammenfassend können wir mit Zuversicht sagen, dass die Verschmelzung des jüdischen Verständnisses von Auserwähltheit mit der christlichen Neuinterpretation des Bundes zu der Auffassung geführt hat, dass Auserwähltheit nicht zu einem Maß der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe wird, sondern zum Ergebnis einer persönlichen Antwort auf Gottes Gnade. Diese offene, energische und umfassende Botschaft inspiriert weiterhin viele und betont, dass ein wahres spirituelles Erbe für jeden verfügbar ist, der das Licht der Wahrheit und das ewige Leben sucht.
Wie ist die Vorstellung, dass Gottes Gnade ausschließlich den orthodoxen Juden zukommt, historisch entstanden und welche Faktoren haben dazu beigetragen?Die Untersuchung der Entstehung einer solchen Idee zeigt, dass im historischen Prozess die Ideen der Auserwähltheit und des Bundes, die ursprünglich mit der jüdischen Tradition verbunden waren, im christlichen Kontext neu überdacht wurden. Auf der einen Seite gab es im alten hebräischen Bewusstsein eine Überzeugung von der besonderen Bestimmung des auserwählten Volkes, die die Wahrnehmung des göttlichen Bundes prägte. Aber schon im Rahmen der christlichen Theologie, vor allem in Werken, die sich mit dem Schicksal Israels und der Bildung eines neuen Volkes durch den Glauben auseinandersetzen, begannen Interpretationen aufzutauchen, bei denen die anfänglich eng fokussierte Auserwähltheit in das Konzept einer breiteren heilbringenden Inklusion hineinwuchs.So heißt es z.B. in einer der Quellen (source_file: link txt): "In der Kirche gibt es keinen Unterschied zwischen 'Juden und Griechen' (Kol. 3. 11)", was den supranationalen Charakter der Kirche hervorhebt. Trotz der Tatsache, dass im Judentum die Auserwähltheit als eine besondere Überlegenheit verstanden wird, wurde diese Idee nach und nach dem korrigierenden Einfluss der christlichen Lehre unterworfen, die sich im Prozess des Verständnisses des Bundes mit Gott gebildet hat.Weiter heißt es in der Erklärung des Schicksals des Volkes, dass "nicht das ganze Volk Israel die Verheißungen empfangen wird, sondern nur ein Rest, der zusammen mit dem neuen, gläubigen Volk gerettet wird" (source_file, link txt). So entstand im Rahmen der theologischen Kontroverse der Gedanke, dass die Bundeswahl kein universelles Erbe des ganzen Volkes Israel ist, sondern im Gegenteil eine Verwandlung durch die Annahme der Gnade Gottes beinhaltet. Hier wird betont, dass die Auserwähltheit nicht mehr ausschließlich eine Frage der ethnischen Zugehörigkeit ist, sondern eine Frage des persönlichen Glaubens und der Teilnahme am Neuen Testament.Schließlich gab es in den theologischen Debatten eine Lehre, die die Idee der bedingungslosen Prädestination (wie einige protestantische Bewegungen verkünden) einem allgemeineren Verständnis von Gnade entgegensetzte. In einer der Quellen (source_file: link txt) heißt es: "Im Gegensatz zu den Irrtümern der Calvinisten und Janseniten gewährt Gott Seine Gnade nur einigen Menschen... die orthodoxe Kirche lehrt: a) dass sich die Gnade Gottes auf alle Menschen erstreckt..." Eine solche Aussage widerlegt nicht nur die Grenzen der Gnade, sondern betont auch, dass die Entstehung der Idee ihrer Ausschließlichkeit einst Anlass zu Streitigkeiten darüber gab, ob Auserwähltheit wirklich nur auf der Zugehörigkeit zu einem "orthodoxen Judentum" beruhen kann.Historisch gesehen umfasste der Mechanismus für die Bildung einer solchen Idee also die Konvergenz zweier Traditionen: die jüdische Lehre von der Auserwähltheit und das christliche Überdenken der geschätzten Geschichte, in dem nicht nur die nationale, sondern auch die spirituelle Komponente den zentralen Platz einnahm. Dazu trugen die theologische Auseinandersetzung mit der Prädestination, die Neuinterpretation der Verheißungen des Alten Testaments im Licht Christi und die Auseinandersetzung mit Lehren bei, die das selektive Wirken der Gnade behaupteten. Es sollte jedoch beachtet werden, dass die orthodoxe Lehre in der endgültigen Formulierung betont, dass die Gnade Gottes allen Menschen offen steht und nicht auf eine ausgewählte Gruppe beschränkt ist.Unterstützende(s) Zitat(e):"In der Kirche gibt es keinen Unterschied zwischen 'Juden und Griechen' (Sp. 3. 11). Die Kirche hat einen supranationalen Charakter... Indirekt wird die Frage der von Gott auserwählten Juden berührt. Was bedeutet das? Im Judentum wird darunter eine besondere Überlegenheit über andere verstanden." (Quelle: link txt)"Darum wird Israel der Verheißung beraubt werden, aber nicht ganz zugrunde gehen, sondern gerettet werden, wenn auch nur in einem kleinen Teil davon... Mit dem Überrest traten auch die neuen und gläubigen Menschen ein..." (Quelle: link txt)"Im Gegensatz zu den Wahnvorstellungen der Calvinisten und Janseniten, dass Gott seine Gnade nur bestimmten Menschen gewährt... die orthodoxe Kirche lehrt: a) dass sich die Gnade Gottes auf alle Menschen erstreckt..." (Quelle: link txt)