Erleuchtung des göttlichen Potentials
Das biblische Bild von Gott im Menschen ist kein makelloses Regelwerk oder ein Ideal der Reinheit, sondern eine tiefe Erinnerung an unsere einzigartige Fähigkeit, persönliche Wesen zu werden, die fähig sind, in Dialog zu treten und an göttlichen Vollkommenheiten teilzuhaben. Trotz der Tatsache, dass die menschliche Natur oft dunkle Seiten zeigt – von Gemeinheit bis Irrationalität – liegt in jedem von uns das Potenzial für spirituelles Wachstum. Dieses Bild, das den Menschen von allen anderen Geschöpfen unterscheidet, weist auf die Möglichkeit hin, die innere Persönlichkeit zu entwickeln und nach den höchsten geistigen Wahrheiten zu streben. Eine solche Sichtweise inspiriert uns, uns nicht mit der Unvollkommenheit abzufinden, sondern nach Wegen zu suchen, uns zu erneuern und unser Wesen tiefer zu verstehen. In jedem von uns steckt trotz gefallener Eigenschaften ein Funke, der unser Leben verändern und uns der Teilhabe an der göttlichen Fülle näher bringen kann, die uns Kraft und Hoffnung auf eine bessere Zukunft gibt.
Was kann man über das biblische Gottesbild sagen, wenn sich der Mensch als sein Ebenbild oft als gemein, pervers oder unvernünftig erweist?Das biblische Gottesbild, das sich im Menschen widerspiegelt, wird in erster Linie nicht mit tadelloser Moral oder Vollkommenheit in Verbindung gebracht, sondern mit seiner einzigartigen Fähigkeit, ein persönliches Wesen zu sein, ein Träger des Potenzials zur Kommunikation und Teilhabe an den göttlichen Vollkommenheiten. Auch wenn sich die menschliche Natur oft in Form von Gemeinheit, Perversion oder Irrationalität manifestiert, bleibt dieses Bild ein grundlegender Bezugspunkt, der die persönliche Natur eines Menschen betont. Wie St. Philaret von Moskau: "Die ganze Schöpfung zeigt uns die Fußspuren des Schöpfers, aber nur so, als ob sie 'hinter Gott' wäre, aber das Bild des Antlitzes Gottes findet sich nur im Menschen. Im Gegensatz zu allen anderen Geschöpfen ist der Mensch nicht nur Teilhaber des Göttlichen, sondern kann auch frei an den göttlichen Vollkommenheiten teilhaben" (Quelle: link txt). Die Gegenwart des Bildes Gottes im Menschen bedeutet also nicht automatisch, dass sich alle edlen Eigenschaften des Schöpfers widerspiegeln. Vielmehr weist sie auf die anfängliche Möglichkeit hin und fordert die Entwicklung dieser Persönlichkeit in Richtung höherer geistiger Wahrheiten, auch wenn sich das menschliche Leben in der Tat oft als von Unvollkommenheiten überschattet erweist. Das heißt, das biblische Bild von Gott im Menschen ist eine hoffnungsvolle Erinnerung an die Bestimmung des Menschen als persönliches Spiegelbild Gottes, trotz der Manifestationen seiner gefallenen Seiten. Unterstützende(s) Zitat(e):"St. Philaret in Moskau sagt, dass der Mensch die Vollkommenheiten des Schöpfers nicht auf die gleiche Weise widerspiegelt wie die anderen Geschöpfe, und stellt fest, dass "die ganze Schöpfung uns die Spuren des Schöpfers zeigt, aber nur so, als ob sie 'der Rücken Gottes' wäre, aber das Bild des Antlitzes Gottes ist nur im Menschen zu finden. Im Gegensatz zu allen anderen Geschöpfen ist der Mensch nicht nur ein Teilhaber der Gottheit, sondern er ist in der Lage, frei an den göttlichen Vollkommenheiten teilzuhaben." (Quelle: link txt)