Erwartung spielt eine vielschichtige Rolle bei der Gestaltung unserer Wahrnehmung von Zeit und Zukunft, da sie sich direkt auf unsere Emotionen, unsere Vorstellungen über den Fluss der Zeit und sogar darauf, wie wir unsere Freiheit innerhalb des historischen und natürlichen Flusses wahrnehmen, auswirkt. Auf der einen Seite ist die Emotion der Angst ein anschauliches Beispiel für eine solche Beziehung. Dem Text zufolge wird Angst als eine Form der antizipatorischen Antizipation betrachtet, die gerade als Reaktion auf die Zukunft entsteht: "... Man kann nur Angst haben vor dem, was "sein wird". Aber das "Wird-Sein", das Angst erweckt, ist in der Gegenwart schon teilweise im "Ist" enthalten. Nur die Gegenwart, also die nahe Zukunft, verursacht Angst. Der Moment der Angst ist die "Erkenntnis" einer gewaltigen Zukunft. Das vorhersehbare Gute weckt Hoffnung und Hoffnung. Angst und Hoffnung sind die beiden Pole der emotionalen Vorfreude auf die Zukunft..." (Quelle: 1280_6399.txt). Dies unterstreicht, dass unsere innere Einstellung zur Zukunft nicht nur von objektiven Zeitrahmen bestimmt wird, sondern auch von emotionaler Färbung, in der die Erwartung zur Brücke zwischen Gegenwart und Zukunft wird.