Von den Verboten zur Einheit: Wie die Menschwerdung die Gebetsgemeinsc
Alte theologische Abhandlungen erklären, dass die ursprüngliche Beschränkung der Hinwendung zum Göttlichen den wichtigen Zweck hatte, die Menschen vor der oberflächlichen und unbewussten Berufung auf das Himmlische zu schützen. Eine solche Vorsichtsmaßnahme sollte die Gläubigen vor der Gefahr schützen, die heiligen Worte als etwas Banales, Tiefenloses wahrzunehmen, denn auch wahre Botschaften könnten zum Bösen benutzt werden, wenn ihre Verbreitung nicht von Weisheit und Einsicht durchdrungen wäre.Ein neues Verständnis kam von dem Moment an, als Gott den Weg der Menschwerdung wählte, um sich den Menschen zu nähern und sich selbst verständlicher und zugänglicher zu machen. Dieses Ereignis veränderte nicht nur die Form der Kommunikation mit dem Höheren, es markierte auch den Übergang von der dogmatischen Wiederholung heiliger Worte zu einem tiefen und persönlichen Kontakt mit dem Schöpfer. Wie einer der Denker bemerkte, wurde in diesem Prozess dem menschlichen Wesen, das aus der heiligen Quelle geschöpft wurde, die Möglichkeit gegeben, in das göttliche Wesen einzutauchen. Diese Einheit ist zu einem Symbol dafür geworden, dass die Wahrheit immer die Beteiligung des Herzens und des Verstandes erfordert und es jedem Gläubigen ermöglicht, Gott durch den lebendigen Glauben von Angesicht zu Angesicht zu begegnen.Der Übergang vom anfänglichen Verbot leichtfertiger Gebete hin zu einer offenen und tiefen Gemeinschaft mit dem Wesen Gottes illustriert also nicht nur den historischen Wandel, sondern auch die vitale Notwendigkeit, sich um einen sinnvollen geistlichen Kontakt zu bemühen. Es ist eine Erinnerung daran, dass wahrer Glaube in aufrichtiger Kommunikation geboren wird, in der jedes Wort und jede Geste mit vitaler Energie und tiefer Bedeutung erfüllt ist.
Wie ist zu deuten, warum Gott nach christlicher Lehre zuerst das Gebet verbot und dann in der Gestalt eines Menschen Mensch wurde?Einem theologischen Kommentar zufolge kann die ursprünglich verbotene Haltung gegenüber dem Gebet als ein Weg verstanden werden, die Menschen vor einer falschen, oberflächlichen Bekehrung zu Gott zu schützen – eine Bekehrung, bei der die Menschen getäuscht werden könnten, indem sie Worte ohne die richtige Bedeutung und Bewusstsein annehmen, so wie Dämonen, selbst wenn sie die Wahrheit sagen, heilige Texte zum Bösen benutzen. Gerade weil die Gemeinschaft des Menschen mit dem Himmlischen von dem Menschen verlangte, nicht nach einfachen Wegen zu suchen und nicht nur losgelöste, dogmatische Worte an das Göttliche zu knüpfen, ist die Zeit für eine neue Etappe gekommen: Gott inkarniert sich in der Gestalt des Menschen, um sich den Gläubigen näher, verständlicher und zugänglicher zu machen.Eine besondere Rolle spielte, wie Andreas Osiander anmerkt, in diesem Prozess die Tatsache, dass die göttliche Natur des Logos die von der Jungfrau Maria genommene menschliche Natur "akzeptierte". Dieses Ereignis erlaubt es uns, die Menschwerdung auf diese Weise zu deuten: nicht nur als ein äußeres Phänomen, sondern als eine tiefe Einheit, in der die menschliche Natur die Gelegenheit annimmt, in das Wesen Gottes einzutauchen. In diesem Zusammenhang wird das Verbot der bisherigen Gebetsformen durch die Entdeckung eines tiefen und direkten Kontakts mit Gott ersetzt, der den Menschen durch seine Menschwerdung die Möglichkeit gegeben hat, durch den Glauben wahre Vertrautheit mit ihm zu finden.Unterstützende(s) Zitat(e):"Es gab einen 'Empfang' durch die göttliche Natur des Logos, der menschlichen Natur, von der Jungfrau Maria. Zu dieser ganz besonderen Frage der Christologie hatte Osiander eine besondere Meinung..." (Quelle: link txt)So kann die ursprüngliche Einschränkung des Gebets als Vorsichtsmaßnahme gegen unkluge Anrufung des Göttlichen interpretiert werden, und die Menschwerdung Gottes im Menschen war ein Schritt, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, durch den Glauben eine lebendige, bedeutungsvolle und tiefe Gemeinschaft mit Ihm aufzubauen.