Die innere Sicherheit bewahren: Wie du deine Grenzen verteidigst
Für jeden Menschen ist es äußerst wichtig, sich sicher zu fühlen – das ist ein ebenso natürliches Bedürfnis wie rechtzeitig zu essen oder sich vor Regen unter ein Dach zu stellen. Ohne ein Gefühl der Geborgenheit wird das Leben unbehaglich: Es fällt schwer, sich zu entspannen, Pläne zu schmieden oder einfach man selbst zu sein. Das Gefühl der Sicherheit ist der Anker, der ein Wegtreiben des Schiffes der Angst im Sturm verhindert.Wenn etwas Beunruhigendes geschieht – zum Beispiel, wenn jemand Ihre persönlichen Grenzen verletzt oder sogar auf eine erzwungene Einweisung anspielt – ist Angst vollkommen nachvollziehbar. Man möchte weglaufen, sich verstecken, verschwinden. Der gesamte Körper und die Gedanken signalisieren: »Es ist gerade nicht sicher, lauf weg!« In diesen Momenten werden selbst die einfachsten Handlungen, wie auszuatmen oder sich selbst zu vertrauen, schwierig. Die Welt scheint sich auf das eine Bedürfnis zu verengen – sich zu schützen. Und wenn in Ihrem Inneren der Gedanke aufkommt: »Ich kann es zumindest versuchen. Ich kann Nein sagen. Ich kann meine Grenzen verteidigen«, ist das nicht nur ein kleiner, sondern ein großer Sieg.Wie gewinnt man die Kontrolle zurück? Beginnen Sie mit dem kleinstmöglichen Schritt: Erkennen und akzeptieren Sie, dass Sie das Recht haben, sicher zu sein. Selbst wenn Sie nur für sich wiederholen: »Ich kann Nein sagen. Ich habe das Recht, sicher zu sein«, beginnt diese innere Stimme, ein Fundament zu errichten. Schreiben Sie es in die Notizen Ihres Handys oder auf einen Zettel – lassen Sie es lauter werden. Es sind nicht nur bloße Worte, sondern Bausteine Ihrer Stütze.Als Nächstes: Halten Sie fest, was geschieht. Beschreiben Sie die Situation ausführlich oder teilen Sie sie mit jemandem, dem Sie vertrauen, und erläutern Sie, was Sie beunruhigt. Das schafft Klarheit und kann, wenn nötig, die ersten handfesten Beweise liefern, falls Sie mit einem Anwalt sprechen oder Unterstützung suchen müssen. Wenn die Angst überhandnimmt, wenden Sie sich an eine Hotline oder an Fachleute: Manchmal ist ein rechtzeitiger Rat schon die halbe Miete. Es heißt, dass man nach dem ersten Gespräch mit einem Anwalt nachts oft nicht mehr unter der Decke der Angst kauert, weil die „juristische Decke“ viel besser wärmt!Und das ist wichtig – werten Sie niemals selbst die kleinsten Taten ab! Jeder Schritt ist wie ein weiterer Stachel in Ihrem inneren Schutzschild. Lernen Sie, sich allmählich zu verteidigen: Heute haben Sie einer Bedrohung ein »Nein« entgegengesetzt – morgen fällt es Ihnen leichter, es noch einmal zu tun.Die Sorge um die eigene Sicherheit bringt nicht nur Selbstvertrauen zurück, sondern auch Kontrolle: Sie verstehen, worauf Sie sich stützen können. Selbst wenn die Angst nicht sofort verschwindet, wird sie mit jedem Schritt weniger allmächtig. Und wenn Sie plötzlich denken, ein kleines »Nein« sei zu wenig, erinnern Sie sich an diesen Witz: – Wie verteidigt sich der kleinste Igel? – Er hebt sogar den winzigsten Stachel – und schon traut sich niemand mehr, ihn anzufassen!Gönnen Sie sich, heute zumindest dieser kleine Igel zu sein. Lassen Sie zu, dass Ihr »Winzigsein« der Anfang für eine starke Stütze wird. Auch in der beunruhigendsten Lage haben Sie das Recht, Ihre Grenzen zu verteidigen. Ihre Stimme zählt – und das ist stärker als jede Angst.
